SEX, LÜGEN & ODYSSEUS

Immersive Theaterreise aus The Odysseus Poems von Judith Kazantzis

Musik und Schlagwerk Ingrid Oberkanins
Konzept & Gestaltung Roberta Cortese
mit Roberta Cortese, Elisabeth Halikiopoulos, Bernhardt Jammernegg
Produktion Satyrikon in Kooperation mit Theaterverein Odeon
13.-17.09.2022 · Kulturraum Spitzer Wien · UA
ein besonderer Dank an den Verlag Waterloo Press Waterloo Press

Die feministische Neuerzählung der Odyssee von Judith Kazantzis und das vielfarbige Schlaginstrumentarium der Multiperkussionistin Ingrid Oberkanins sind die Grundsteine dieser Lyrikperformance mit Musik, die Roberta Cortese als immersive Theaterreise auf den Spuren von Odysseus' Irrfahrt konzipiert hat und gemeinsam mit Elisabeth Halikiopoulos und Bernhardt Jammernegg in den Räumlichkeiten vom Spitzer (Odeon Theater) umsetzen wird. Gemeinsam entwirren sie alte verwickelte Handlungsfäden, zeichnen Routen nach und verwandeln sich in Figuren aus dem Epos. Doch diesmal kommt nicht nur Odysseus zu Wort: Penelope, Telemachos, Polyphem, Nausikaa, Kalypso, Skylla, aber auch rappende Sirenen, grobe Seemänner und besorgte Nachbarn offenbaren ihre Sicht der Dinge - und da hört sich die Geschichte gleich ganz anders an.

Die britische Dichterin und Aktivistin Judith Kazantzis (1940-2018) führt uns mit ihren Gedichten um Odysseus durch Meere der Erinnerung und der Destabilisierung und schafft es, gleichzeitig die klassische Welt und unsere chaotischen, zwangsisolierten Zeiten heraufzubeschwören. Stimmen und Stimmungen wechseln sich ab: rührend, witzig, dunkel und unzüchtig; in Monologen, Briefen und Liedern. Musik und Lyrik sind wie bei Homer verwoben, die Kompositionen und Improvisationen unterstreichen, kommentieren, nehmen aber auch einen eigenständigen Kontrapunkt zu den starken Figuren der Odyssee ein.

Mit diesem Projekt erforscht Cortese die Möglichkeiten von Lyrik als performative Kunst und bemüht sich, in einem von Publikum und Performer*innen gemeinsam erlebten Raum eine inklusive Form der Erfahrung von Dichtung zu schaffen. Die durchgeführte 'Rekonstruktion einer Irrfahrt' ändert im Laufe des Stückes den Raum selbst bzw. dessen Wahrnehmung, bis der Spielort zu einer Art begehbare Installation wird. Und weil Webkunst einziges Mittel des künstlerisch-narrativen Ausdrucks für Frauen der Antike war, nimmt hier ein 'wollener Faden' als Metapher von Frauen-Erzählkunst gestalterische Kraft an: durch den Raum gezogen, in Objekten eingebettet oder - wie das Werk einer modernen Penelope - im Kostüm handgestrickt.

Das Projekt gehört zu Odysseiai, f.pl.eine Recherce über die Frauenfiguren der Odyssee u.a. durch Werke von Autorinnen, welche diese neuerzählen.

Fotos aus einer ersten Arbeit als szenische Lesung von einer Auswahl der Lyriken: 18.10. & 07.11.2021 · TheaterArche Wien

Cover: Polyphem © Roberta Cortese

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