Le Api Re (Die Bienenkönige)

Hörspiel von Elfriede Jelinek

regenerative Lesung mit Musik von W.A. Mozart
Italienische Übersetzung von Roberta Cortese

mit: Roberta Cortese
Off-Stimme: Rodolfo Traversa
Konzept: Luigi Chiarella und Roberta Cortese
basierend auf einem Post-Wettkampf-Regenerationsprogramm von Kuno Leu
Aufnahme der Off-Stimme: Alberto Morganti

Eine Katastrophe dezimiert die Bevölkerung eines fernen Planeten. Die einzigen Überlebenden sind die Kolonisten einer unterirdischen Wissenschaftsbasis. Die Führung wird von einem Kollegium von Wissenschaftlern übernommen, die die Frauen in fruchtbar und unfruchtbar, "Gebärmaschinen" und " Hetären" einteilen. Es gelingt ihnen, ein Unsterblichkeitsserum zu synthetisieren, doch ein Problem besteht: Es werden nur männliche Kinder geboren. Unerwartet, aufgrund eines "technischen" Fehlers, wird ein Mädchen geboren und die Situation ändert sich.

Von der Literaturnobelpreisträgerin 2004 Elfriede Jelinek, ein Science-Fiction-Hörspiel aus dem Jahr 1976, das eindrucksvoll die Entstehung eines totalitären Regimes beschreibt und gleichzeitig den ewigen Kampf zwischen den Geschlechtern thematisiert. Der Erzähler ist ein Wesen aus reiner Energie, das auf eine Erkundungsmission zum Planeten geschickt wurde, um dessen Zustand zu überprüfen und seine Geschichte zu rekonstruieren.

 

vollständige Audioaufnahme - ca. 50′

 

Das Projekt

Was macht ein Wesen aus reiner Energie, wenn es von einer Mission zurückkehrt? Es regeneriert sich.
Der Vorwand, den der Text bietet, lässt Raum für ein weiteres Experiment: die Entwicklung eines musiktherapeutischen Regenerationsprogramms, ausgehend von einem Modell des sportlichen Trainings und der Regeneration nach einem Wettkampf. Die auf das Energiewesen des Textes programmierte 'Sitzung' hat dann natürlich ihre Auswirkungen auch auf das Publikum.
Die musikalische Wahl konnte nur auf Mozart fallen, den wirkungsvollsten Komponisten auf dem Gebiet der Musiktherapie. Die Auswahl der einzelnen Stücke wurde von wissenschaftlichen Parametern diktiert, auf der Grundlage von Studien, die auf diesem Gebiet von verschiedenen Forschern durchgeführt wurden. Unter ihnen sticht Alfred A. Tomatis hervor, der als erster vom 'Mozart-Effekt' sprach. Gleichzeitig wurde ein speziell für dieses Projekt entwickeltes Nach-Wettkampf-Ermüdungsprogramm von Kuno Leu (mehrfacher österreichischer 200m-Delphinmeister und derzeit Trainer an der USI Wien) als Basismaterial übernommen.
Das ursprüngliche Programm, das in zwei Wochen absolviert werden sollte, ist hier in etwa einer Stunde musikalischer Lesung konzentriert.

Produktion Satyrikon mit Unterstützung von: Universität Florenz (Abteilung für Vergleichende Sprachen, Literaturen und Kulturen), Staatsarchiv Florenz, Verein "Alessandra Contini Bonacossi" für die Erhaltung des Schreibens von Frauen
Italienische Uraufführung am 8. März 2012 | Auditorium Staatsarchiv Florenz

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